Die geschichtlichen "Hotspots" mit zentraler Bedeutung für die historischen Ereignisse und millitärischen Entscheidungen und Entwicklungen rund um den Waffenstillstandswaggon kann man wie folgt zusammenfassen.
Gedenkstätte im Wald von Compiègne
Hier befindet sich der wichtigste Anlaufpunkt an historischer Stelle der beiden Waffenstillstände - Lichtung des Waffenstillstandes (französisch Clairière de l’Armistice) [F8]. Die Gedenkstätte ist ganzjährig geöffnet und ein beliebtes Ausflugsziel für Franzosen und Deutsche. Über den Platz verlaufen in einem weiten Bogen in einem Abstand von 50 m die beiden parallelen Bahngleise.
Steinplatten markieren die ehemaligen Standorte der Waggons der französischen und der deutschen Verhandlungsdelegationen. Zwischen den beiden Gleisen liegt eine Rasenfläche, in deren Mitte die große Steintafel mit Inschrift eingelassen ist. Etwas abseits, 250 m nordwestlich des Platzes in Verlängerung des Weges in [F9], steht das Denkmal zu Ehren der französischen Rückgewinnung von Elsaß-Lothringen - siehe auch [F1].
Erinnerungsstätte Matthias Erzberger in Buttenhausen
Die Erinnerungsstätte beherbergt im Geburtshaus [F10] des Zentrumspolitikers Matthias Erzberger im Münsinger Stadtteil Buttenhausen die Ausstellung über das Leben und Wirken desjenigen Mannes, der am 11. November 1918 die Verantwortung für das Schicksal Deutschlands übernommen und den Waffenstillstand unterzeichnet hatte. Wenige Jahre später bezahlte er dafür mit seinem Leben. Die Ausstellung wurde vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg erarbeitet und erzählt in elf Stationen vom Leben des Politikers. In szenisch gestalteten Räumen mit originalen Ausstellungsstücken werden historische Zusammenhänge multimedial erfahrbar gemacht und von Erzbergers politischem Wirken und der umkämpften Erinnerung an ihn erzählt.
Informationspunkt am Bahnhof Crawinkel
Von 2007 bis 2010 entstand ein Informationspunkt für Geschichtsinteressierte, der historische Sachverhalte vor Ort vermittelt. Der Bereich am Bahnhof Crawinkel erhielt eine parkähnliche Gestaltung.
Im begehbaren Zentrum informieren ein Grundstein mit Inschrift sowie eine zusätzliche Schautafel in Deutsch, Englisch und Französisch interessierte Besucher. Ein Gleisstück verbunden mit einem Prellbock symbolisiert den Weg und die „Endstation“ dieses geschichtsträchtigen Eisenbahnwaggons. Seit dem 04.06.2011 wächst am Infopunkt ein Baum aus der französischen Partnergemeinde Juniville [F8], der seit dem für die jahrzehntelange Freundschaft beider Gemeinden steht und zugleich daran erinnert, dass die Freundschaft ähnlich wie dieser Baum gehegt und gepflegt werden muss. Seit diesem Tag trägt der Platz auch den Namen „Juniville-Platz“ [F9].
Sonderausstellung in der Alten Mühle in Crawinkel
usammen mit dem öffentlichen Informationspunkt zur Geschichte des Waggons in Bahnhofsnähe bildet die neue Ausstellung in der Alten Mühle das Dokumentationszentrum zum Waffenstillstandswaggon am Ort seiner „Endstation“.
(Siehe Sonderausstellung seit 20218)
(c) K.-P. Schambach