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1. April 1945 - Letzte Station Crawinkel


Das Gelände der Luftmunitionsanstalt Crawinkel (Muna) wurde zum Kriegsende ab Mitte Januar 1945 zum Häftlingslager umfunktioniert. Die Häftlinge mussten neben dem Stollenbau im nahen Jonastal unter anderem auch umfangreiche Gleisanlagen im Wald zwischen Crawinkel und Luisenthal anlegen, die auch als zusätzliche Sonderzugabstellung interpretiert werden können.

 

Alfred Ballenberger aus Crawinkel war damals 16 Jahre alt. Er erinnerte sich, dass der Bahnhof damals Umschlagplatz für die Baustelle Jonastal war und die vielen Waggons mit Baumaterialien, die täglich eintrafen, nicht mehr aufnehmen konnte. Häftlinge mussten schnell neue Gleise verlegen - wie eine Fischgräte sah das Schienennetz aus. Von der Hauptstrecke führten rechts und links Gleise in den dichten Wald, wo verschieden Waggons hingeschoben wurden. Zur Tarnung der Waggons waren die Baumkronen zusammengebunden und mit Tarnnetzen verhängt. Alfred schnappte beim Eisenbahner Gustav Erich ein Gespräch auf, als er bei dessen Sohn zu Besuch war. Er teilte seiner Frau mit, dass der Waggon von Compiègne in Crawinkel erwartet wird. Den Jungen war aus dem Schulunterricht sofort klar, um welchen Waggon es sich handeln musste.

 

1. April 1945 - Alfred Ballenberger war mit Mitschülern unterwegs. Auf dem Waldmüllersweg liefen sie entlang am Bahnhof und entdeckten einen Waggon im dichten Wald. Alfred wusste sofort, um welchen es sich dabei handelte. Neugierig lief er hin und wurde von einem SS-Mann mit Maschinengewehr gestoppt: „Sofort zurück oder ich schieße“, habe der Uniformierte geschrien. Auf diesem oberen Gleis gegenüber vom Infopunkt, erinnert sich Alfred, habe der Waggon nur zwei Tage gestanden. Anschließend sei er auf ein Nebengleis weiter unten in Richtung Ohrdruf verschoben worden. 

 

(c) K.-P. Schambach


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