Lieutenant William M. Lewis gehört zu den über Oberhof abgeschossenen US-Piloten. Seine Maschine zerbarst nach einem Treffer in einem Waldstück an dem Forstweg von Oberhof nach Tambach. Das Flugzeug von Lt. Lewis wurde zuletzt in Rückenlage gesehen, wie es im Sturzflug auf einen Wald bei Oberhof (Deutschland) zuraste. Ein Kamerad berichtete später, er habe während eines Luftkampfs mit einer Bf-109 eine P-51 bemerkt, die in Rückenlage und mit einer Rauchfahne im Schlepptau auf den Boden zustürzte. Laut einem überlieferten Wehrmachtsfernschreiben vom 13. September 1944 hatte Lewis keine Chance, den Absturz zu überleben. In dem Fernschreiben heißt es: "Zustand des Flugzeugs: 99 Prozent Bruch. Schicksal der Besatzung: Flugzeugführer in zahllose kleine Teile zerrissen."
Anfang 2001 nahm Ken Breaux, ein Freund der Familie Cross, Kontakt zu Jan Zdiarsky auf, einem tschechischen Historiker für Luftkriegsgeschichte; dieser Kontakt führte schließlich zur Auffindung der sterblichen Überreste von Lt. Lewis. Sowohl Zdiarsky als auch Breaux nahmen an der Trauerfeier teil. Gayle Leonard, John Luckadoo und Charlie „Hong Kong“ Wilson – allesamt Veteranen der 100th Bomb Group – nahmen an der Gedenkfeier teil, um das höchste Opfer zu würdigen, das Lt. Lewis für die 100th gebracht hatte. Sie legten einen Kranz am Grab von Lt. Lewis nieder und überreichten zudem Sharon Cross, der Tochter von Lt. Lewis, eine Flagge der 100th Bomb Group.
Im Frühjahr 2001 war die Tochter des Lieutenant Lewis, Sharon Cross in Oberhof und wurde durch Matthias Leich bis zur Absturzstelle ihres Vaters begleitet. "Wenn Sie miterlebt hätten, wie die Frau an dieses Holzkreuz gegangen ist, dann würden Sie verstehen, was ich meine, wenn ich von der Würde der Toten rede", sagt er. Mit Ideologie oder Religion habe dies nichts zu tun. Es sei einfach eine Aufgabe, die erledigt werden muss.
Sharon Cross (geborene Sharon Kay Lewis), die Tochter des US-Piloten Lieutenant William M. „Bill“ Lewis Jr., wurde am 21. April 1944 geboren. Ihr Vater hat sie nur kurz sehen. Zur Geburt war zur Ausbildung auswärts. Im Mai 1944 kehrte er zu einem Besuch nach Hause zurück, bevor er nach England aufbrach und nie wieder heim kehrte. Sie war rund sechs Monate alt, als ihr Vater im September 1944 als vermisst (MIA) gemeldet wurde. Die Suche und die spätere Identifizierung der Absturzstelle bei Oberhof wurden maßgeblich von ihr und Familienfreunden initiiert.
Im Juli 2002 hat an der Absturzstelle ein Bergungsteam vom Central Identification Laboratory Hawaii (CILHI) der US-Army nach den Überresten des Lieutenants gesucht. Weltweit hat die CILHI achtzehn solcher Teams im Einsatz, um die Skelette amerikanischer Soldaten aus vergangenen Kriegen zu bergen und nach Hawaii zu schaffen. Dort wird versucht, die Knochen mit aufwändigen DNA-Analysen zu identifizieren, um sie anschließend auf dem Heldenfriedhof von Arlington beizusetzen. Unterstützt von Freiwilligen aus der Gegend gruben die Spezialisten einen Monat lang mit Hacke und Spaten behutsam die Erde um und siebten jede Schaufel durch, um Zähne und Knochensplitter zu finden. Am Ende konnte das Team einige wenige Wirbel-, Rücken- und Fußknochen mit nach Hawaii nehmen. Eine schmale Ausbeute, aber die Männer von CILHI waren zufrieden. "Sie haben gesagt, wenn William Lewis jetzt noch identifiziert werden kann, dann war die ganze Aktion nicht umsonst", sagt Matthias Leich.
Basierend auf einem Artikel von Rob Martindale, leitendem Redakteur der „Tulsa World“, vom 29. Mai 2004
Sharon Lewis Cross beerdigte am Freitag ihren Vater; es war einer der glücklichsten Tage ihres Lebens, denn damit schloss sich ein Kapitel, das bis ins Jahr 1944 zurückreichte. Fast 60 Jahre nachdem er über Deutschland – mitten im Zweiten Weltkrieg – abgeschossen worden war, wurde Lt. William M. „Bill“ Lewis Jr. in seiner Heimatstadt Tulsa an der Seite seines Bruders beigesetzt. Jahrelang, nachdem der Jagdflieger am 11. September 1944 abgeschossen worden war, hatte die Familie keine Informationen über den Verbleib seiner sterblichen Überreste. Dank Unterstützung aus der Heimat und aus Deutschland konnte das Rätsel gelöst und die Überführung in die Heimat in die Wege geleitet werden.
Letzte bekannte Aktivität - William M. Lewis Jr. (Übersetzung durch K.-P. Schambach)
William M. Lewis Jr. wurde am 18. Januar 1922 in Tulsa, Oklahoma, als Sohn von William M. Lewis Sr. und dessen Frau Nola geboren. Er schloss 1940 die Central High School ab und heiratete im Jahr 1942. Der genaue Zeitpunkt seines Eintritts in den Militärdienst ist nicht bekannt; angesichts bekannter Fakten und der Annahme, dass er die damals übliche Pilotenausbildung durchlief, lässt sich jedoch darauf schließen, dass er 1943 seinen Dienst antrat.
Es ist bekannt, dass er der 38th Fighter Squadron der 55th Fighter Group zugeteilt war, die vom Flugplatz Wormingford in England aus operierte. Er traf am 7. Juli 1944 bei der Einheit ein und flog am 12. Juli 1944 seinen ersten Einsatz. Insgesamt absolvierte er 31 Einsätze.
Am 11. September 1944 war Lt. Lewis als Pilot für den Begleitschutz von Bombern der 100th Bomb Group bei einem Angriff auf deutsche Ölvorräte eingeteilt. Der aus 79 Maschinen bestehende Bomberverband wurde während des Einsatzes von etwa 500 feindlichen Flugzeugen angegriffen. An jenem Tag gingen 57 US-Flugzeuge verloren.
Das Flugzeug von Lt. Lewis wurde zuletzt in Rückenlage gesehen, wie es im Sturzflug auf einen Wald bei Oberhof (Deutschland) zuraste. Ein Kamerad berichtete später, er habe während eines Luftkampfs mit einer Bf-109 eine P-51 bemerkt, die in Rückenlage und mit einer Rauchfahne im Schlepptau auf den Boden zustürzte. Er konnte das Flugzeug weder identifizieren noch sah er es jemals wieder.
Lt. Lewis hatte eine Tochter, die im April 1944 geboren wurde – kurz vor seinem Aufbruch nach England. Sie wuchs mit der Frage auf, wer der Vater gewesen war, den sie nie kennengelernt hatte. Im Jahr 2001 fasste sie schließlich – unter anderem motiviert durch den Film „Der Soldat James Ryan“ – den Entschluss, herauszufinden, was mit ihrem Vater geschehen war.
Mithilfe eines Freundes der Familie, Ken Breaux, sowie militärischer Stellen und eines tschechischen Historikers für Luftkriegsgeschichte konnte das Schicksal von Lt. Lewis geklärt werden. Am Tag des Absturzes barg der deutsche Büchsenmacher Adelbert Wolf den Leichnam und bestattete ihn unter einem Holzkreuz mit der Inschrift „W Lewis USA gef 11 9 44“ (wobei „gef“ für „gefallen“ steht). Er hatte die Identität des Toten anhand der Erkennungsmarken und eines Dienstausweises festgestellt. Wolf pflegte das Grab viele Jahre lang; er ist inzwischen verstorben. Die Erkennungsmarken sind nicht mehr auffindbar.
Bei der Untersuchung der Grabstelle kamen menschliche Überreste sowie Gegenstände zum Vorschein, die mit Lewis in Verbindung standen. Im Jahr 2004 wurde er offiziell für im Einsatz gefallen erklärt; seine Überreste wurden in die Heimat überführt und auf dem Memorial Park Cemetery in Tulsa beigesetzt. Posthum wurde er in den Rang eines First Lieutenant befördert.
Sein Name ist auf der „Wall of the Missing“ (Mauer der Vermissten) auf dem Luxembourg American Cemetery in Luxemburg verzeichnet.
Linksammlung:
https://airforce.togetherweserved.com/usaf/servlet/tws.webapp.webapp?cmd=ShadowBoxProfile&type=Person&ID=133576&binder=true
https://freepages.rootsweb.com/~kinfolkkorner/genealogy/MILITARY/PEARLHARBOR/billlewisjr.html
https://100thbg.com/lt-bill-lewis-comes-home/#:~:text=Bill%20Lewis%20was%20a%20P,were%20engaged%20by%20German%20fighters.
https://eu.oklahoman.com/story/news/2004/05/26/army-pilot-lost-in-1944-will-be-buried-in-tulsa/61727706007/
Provisorisches Holzkreuz im Zustand 11.04.2026, scheinbar wurde zwischendurch schon das Kreuz aus 2001 ? mit Stricken an einem neuen Pfeiler festgebunden. Am Fuss des Kreuzes lagen/ liegen noch kleine Flugzeugteile, die in der Umgebung gesammelt wurden.